1975

Es war ein entscheidendes Jahr für die Berufsfeuerwehr Köln und ihrem Leitenden Branddirektor Günter Preuß. Erstmalig wurde der Rettungsdienst durch ein Gesetz geregelt und die Stadt Köln und damit die Berufsfeuerwehr wurde zum Träger des Rettungsdienstes. Die Schutzzieldefinition lautete, „dass jeder Notfallort nach 5 Minuten Fahrzeit von einem Rettungswagen erreicht sein sollte.“ Die vier Hilfsorganisationen, die bis dahin starke Konkurrenten waren, sollten mit eingebunden werden. Nach Abschluss der Verhandlungen konnten vier Notarzt – Einsatzfahrzeuge, 15 Rettungswagen, 26 Krankentransportwagen und ein Rettungsbus eingesetzt werden.

Zeitgleich musste die kommunale Gebietsreform bewältigt werden. Die Feuerwehr Köln vergrößerte sich im ehrenamtlichen Bereich um die heutigen Löschgruppen Esch, Widdersdorf, Lövenich und Rodenkirchen. Die Feuerwehr Lövenich verfügte zudem über 8 Verwaltungsangestellte, die einen Vertrag als Krankenwagenfahrer hatten. Die Feuerwehr Rodenkirchen verfügte über 16 ehrenamtliche Mitglieder und 33 Angestellte ohne Ausbildung im Feuerwehrberuf. Ihr Fuhrpark umfasste eine Drehleiter, drei Löschfahrzeuge und einen Rettungswagen sowie einen Krankenwagen.

In Porz bestand eine Feuer- und Rettungswache mit 43 hauptamtlichen Kräften und 220 aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr, die sich auf 10 Löschgruppen aufteilten und den Brandschutz für Porz sicherstellten.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Wesseling wurde für eineinhalb Jahre bis zu ihrer vor Gericht erkämpften Selbstständigkeit Teil der Kölner Feuerwehr.

Preuß entwickelte ein Brandschutzkonzept für die Stadt Köln, das erst im Jahr 2003 mit dem Bau der Feuerwachen Ostheim und Marienburg endgültig umgesetzt wurde.

Sein Konzept sah vor, dass jede Einsatzstelle in spätestens fünf Minuten Fahrzeit erreicht werden sollten. Hierfür ordnete er zwei Wachen im Innenstadtbereich, weitere 8 auf einem 5-km-Ring und weitere 4 auf einem 10-km-Ring um das Stadtzentrum an.

Am 18. April kam es zu einem der tragischsten Einsätze in der Geschichte der Feuerwehr Köln. Das niederländische Passagierschiff „Prinses Irene“ hatte am Konrad-Adenauer-Ufer festgemacht. Nachts brach im Unterdeck ein Feuer aus. Die schnell eintreffenden Löschzüge und Löschboote konnten nur noch die bedrohten Passagiere im Mitteldeck retten. Neben den massiven Löscharbeiten wurde parallel Löschwasser durch Pumpen abgesaugt. Trotz der Pumparbeiten bekam das Schiffs Schlagseite. Insgesamt kamen 21 Menschen bei diesem Einsatz ums Leben.

1977

Am 20. Oktober verursachten einige brennende Kartons den größten Schaden in der Geschichte der Feuerversicherer. Im zentralen Ersatzteillager von Ford brannten aus ungeklärter Ursache einige Kartons. Trotz dem schnellen Eintreffen der Werkfeuerwehr Ford und der Kräfte der Berufsfeuerwehr Köln breitete sich das Feuer über die Hallendächer so schnell aus, dass 75.000 m2  lichterloh brannten. Der hohe Personalaufwand von 250 Feuerwehrmännern schaffte es nicht, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Der Sachschaden belief sich bei ca. 370 Millionen DM.

1978

Am 14. April trafen sich 800 geladene Gäste zur Einweihung der neuen Hauptfeuerwache mit integrierter Leitstelle in Köln–Weidenpesch. Sie war die dritte Leitstelle mit einem Leitrechner nach Augsburg und Hamburg, die ihren Dienst aufnahm. Jährlich wurden 80.000 Notrufe bearbeitet.

„Löschzug 2000“ nannte sich das seit 1985 bestehende Konzept, dass zur Umstrukturierung der Löschzüge führte. Zu einem Wohnungsbrand rückten bis dahin je nach Größe der Wache zwischen 6 und 17 Feuerwehrbeamte aus. Jetzt wurde festgelegt, dass zu einem Wohnungsbrand immer von der nächstgelegenen Feuerwache 10 und von der nächsten Wache 6 Einsatzkräfte ausrücken.
 

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