Die Feuerwehr Köln im 2. Weltkrieg

1931

Den nächsten Krieg spürten die Männer der Berufsfeuerwehr Köln sehr früh. Im Jahr 1931 wurde der Schutz- und Hilfsdienst wieder neu aufgebaut. Die Berufsfeuerwehr erhielt den Auftrag, den Lösch- und Entgiftungsdienst zu übernehmen. Auf der Feuerwache Lindenthal fanden zahlreiche Gasschutz- und Wiederbelebungskurse statt.

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten brach eine schwere Zeit für die Berufsfeuerwehr an. Einige Funktionäre der Gewerkschaften kamen in Haft und die Feuerwehr-Fachgruppen der Komba und des Verbandes Deutscher Berufsfeuerwehrmänner (heute ver.di) verschwanden durch das Verbot der Gewerkschaften. Aus politischen Gründen mussten 16 Feuerwehrmänner die Feuerwehr verlassen, 10 wurden vorzeitig pensioniert, darunter Branddirektor Sturm, und 7 wurden versetzt. Nachfolger von Branddirektor Sturm wurde Branddirektor Hildebrand, der bei den Nationalsozialisten nicht gerade beliebt war, jedoch beim Brand des Gasometers in Ehrenfeld große Anerkennung erlangte und der richtige Nachfolger schien. Die Vereinsstruktur der Freiwilligen Feuerwehr wurde aufgelöst und das Führerprinzip eingeführt.

1936 – 1938

Eine groß angelegte Luftschutzübung mit dem Übungsszenario, dass 27 Flugzeuge die Kölner Altstadt in Schutt und Asche legten, wurde im Jahr 1936 durchgeführt. Weiter reichte die Vorstellungskraft nicht. Der Luftschutz wurde verbessert, so dass das Reichsministerium 1937 und 1938 insgesamt 31 neue Kraftfahrspritzen und Drehleitern nach Köln ausliefern ließ. Die hohe Bedeutung des Feuerlöschwesens für den Luftschutz zeigte sich 1938, als die Feuerwehren der 4. Sparte der Vollzugspolizei zugeführt wurden. Die Farben der Fahrzeuge verwandelten sich in Dunkelgrün. Die blauen Uniformen wurden gegen graumeliertes Tuch ausgetauscht. Die Unterhaltungskosten der Feuerwehr Köln blieben bei der Stadt. Die Freiwillige Feuerwehr war jetzt eine Hilfspolizeitruppe.

1942

Am 31. Mai griffen 1.096 Bomber der alliierten Streitkräfte die Stadt Köln an. Bei diesem Angriff wurden 5.027 Menschen verletzt und der Tod von 494 Menschen war zu beklagen. 12.000 Brände, darunter 2.500 Großbrände, musste die Feuerwehr Köln mit ihren 66 Löschfahrzeugen bekämpfen. Unterstützung erhielt sie aus der Nachbarschaft und den rheinisch–westfälischen Großstädten, die 113 Löschfahrzeuge mit über 2.000 Feuerwehrmännern entsandten. 

Die Zwitterstellung des Schutz- und Hilfsdienstes zwischen Innenministerium und Luftfahrtministerium wurde kurz nach dem 1.000 Bomber Angriff beendet. Die Einsatzkräfte wurden eine eigene Sparte als Luftschutzpolizei. In Köln zählten hierzu 3.983 Mann sowie 256 Schwesternhelferinnen, 308 Hitlerjungen und 102 Frauen in Fernsprechvermittlungen. Personell am stärksten war der Sanitätsdienst mit 1.548 Mann, gefolgt vom Feuerlösch- und Entgiftungsdienst mit 1.249 Mann.

Durch die zahlreichen Luftangriff auf die Stadt Köln musste der Polizeipräsident immer wieder Verstärkung anfordern. Die bestehenden Freiwilligen Feuerwehren im Kölner Umland wurden zu Bereitschaften zusammengefasst. Sie konnten im Bedarfsfall abgerufen werden.

1943 - 1945

In der Nacht des 29. Juni traf ein schwerer Schlag die Stadt Köln und seine Feuerwehr. Bei einem Angriff starben 4.377 Menschen und 10.000 wurden verwundet. Die Feuerwachen im Rathaus, am Apostelnkloster, in der Melchiorstraße, in Deutz und in Ehrenfeld wurden zu großen Teilen zerstört.

Drei amerikanische Divisionen standen schon im Westen von Köln, als die letzten Einheiten der Feuerschutzpolizei am 6. März 1945 nachts über die Hohenzollernbrücke die linksrheinische Stadt in Richtung des Bergischen Landes verließen. Die Einheiten wurden auf kleine Dörfer und den westlichen Teil des Regierungsbezirks Arnsberg verteilt. Die Führung der Einheiten übernahm dort Oberst Hans und Oberst Hildebrandt wurde bis auf weiteres beurlaubt. Oberst Hans gab den Befehl, alle Waffen zu vernichten, zwangsverpflichtete Männer zu beurlauben, die Fahrzeuge den örtlichen Bürgermeistern zu überlassen und sich bei Annäherung amerikanischer Soldaten zu ergeben.


Die Feuerwehr Köln musste nach diesem Angriff von den amerikanischen Besatzungstruppen vollständig neu aufgebaut werden. Mit Lautsprecherwagen fuhren sie durch die Trümmer von Köln und forderten ehemalige Angehörige der Polizei und der Feuerwehr auf, sich zu melden. Diesem Aufruf kam der Meister der Feuerschutzpolizei Krings mit 14 Mann nach. Er bekam die Leitung der Feuerwehr übertragen. Die Aufgabe der Mannschaft war es, das Stadtgebiet nach geeignetem Material und Fahrzeugen abzusuchen. Ein Löschfahrzeug der Gemeinde Rondorf, sowie ein Tankanhänger der Milchverwertung waren noch funktionsfähig.  Letztere wurde von einem amerikanischen Militärfahrzeug gezogen.


Die Feuerwachen Melchiorstraße und Vondelstraße wurden provisorisch hergerichtet. Im rechtsrheinischen Köln übernahm die Werkfeuerwehr der Radium–Gummiwerke in Dellbrück den Brandschutz. Die Feuerwachen Mülheim und Deutz konnten bald wieder genutzt werden.