Feuerwehr Köln nach dem 1. Weltkrieg

1918

übernahm Branddirektor Sturm noch vor dem Eintreffen der britischen Armee in Köln die Leitung der Berufsfeuerwehr. Die Situation nach dem Krieg war schwierig. Ein Feuerwehrmann schrieb „ Auch bei der Feuerwehr war 1918 Revolution“, die Bilder des Kaisers verschwanden aus vielen Räumlichkeiten der Feuerwehr. Viele Feuerwehrmänner schlossen sich der SPD an, die Besserung versprach. Der Stadtrat beschloss, noch unter dem Einfluss der Revolution, den 24-stündigen Dienst für die Feuerwehrmänner und stellte zusätzlich 57 Mann ein. Die Feuerwehr erreichte mit einer Personalstärke von 369 Mann die größte Personalstärke seit ihrer Gründung und für die nächsten 30 Jahre.

Drei Jahre nach dem Krieg verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation so dramatisch, so dass die Feuerwache im Hafen geschlossen und das Feuerlöschboot in den Deutzer Industriehafen verlegt werden musste. 1925 zwang der preußische Staat die Gemeinden, 25% des Personals abzubauen. Nur die Polizei war ausgenommen. Die Arbeitszeiten der Feuerwehrmänner sollten verlängert und die Feuerwache im Rathaus geschlossen werden. Nach langen Gesprächen wurden 62 Stellen gestrichen und die Feuerwache Nippes geschlossen.

In den folgenden Jahren zeigten viele Einsätze, dass bei der Feuerwehr Verbesserungen von Nöten waren. Die Freiwillige Feuerwehr Mülheim war nach der Eingemeindung immer noch aktiv, leider verfügte sie nur über handgezogene Fahrzeuge. Bei einem Großbrand in Mülheim bedrohte dieser mehrere Gebäude und Gaskessel der Gasanstalt Mülheim, so dass der Rat der Stadt nach diesem Ereignis zustimmte und der erste Bauabschnitt der neuen Feuerwache 1928 eingeweiht wurde, der zweite ist bis heute nicht verwirklicht. Kurzfristig wurden auch alle Einsparungen bei der Feuerwehr aufgehoben, nachdem bei einem Wohnungsbrand ein Sprungtuch riss, mehrere Schläuche platzten und die Arbeit der Feuerwehrmänner dadurch erschwert wurde.