Entstehung der Berufsfeuerwehr
1868 – 1872

Immer wieder drängten der Brand-Director und der Polizeipräsident auf eine hauptamtliche Wache, die rund um die Uhr besetzt sein sollte und darauf, dass das Arbeitsmaterial bzw. die Brandspritzen verbessert werden sollten. 

Der Rat der Stadt erhoffte sich jedoch durch den Neubau des Wasserwerkes und der Wasserleitungen, dass ein Löschen ohne Spritzen und diese starke Löschmannschaft möglich wäre. Im gleichen Jahr wurde das erste Telefonnetz der Stadt Köln gebaut. Es bestand aus 21 Kilometer Kabel mit 1 bis 4 Kupferadern. Zudem gab es fünf Telegraphenlinien, an die 42 Feuermelder angeschlossen waren.
Als Schutzziel galt, innerhalb von drei Minuten von jeder Stelle im Stadtgebiet einen Feuermelder erreichen zu können.

 

Am 16. Februar 1869 zerschlugen sich die Vorstellungen des Rates der Stadt, dass die neuen Wasserleitungen die Spritzen und Löschmannschaft ablösen könnten. Das nach einem Brand sieben Jahre vorher wieder eröffnete Theater an der Komödienstraße brannte in der Nacht gegen 5:15 Uhr vollständig ab, wobei insgesamt acht Menschen zu Tode kamen. Das Tragische an diesem Brand war, dass der Theaterkassierer Backhaus mit Frau und seinen fünf Kindern aufgrund von Missverständnissen bei den Rettungsmaßnahmen ihr Leben in den Flammen ließen.

Theaterbrand - 1869

Nach diesem tragischen Ereignis beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau von vier Feuerwachen. Die Baupläne und Standpunkte der Wachen waren nach sechs Wochen fertig, jedoch gab es keine zeitliche Festlegung für einen Baubeginn. Die Standorte befanden sich an der Eintrachtstraße, an St. Catharinen, an St. Aposteln und im Rathaus.
In einer weiteren Stadtverordnetenversammlung (Ratssitzung) stellte der Polizeipräsident den Antrag, Geld für zwei Feuerwachen in den Haushalt zu stellen. Ein Recours (Beschwerde) der Stadtverordneten, dass beide Feuerwachen wegen der Wasserleitungen und Feuertelegraphen überflüssig seien, lehnte der Innenminister ab. Nach der Ablehnung wurde ein Baubeschluss für die fehlenden Gebäude gefasst, jedoch kein Beschluss über die Inbetriebnahme.
Aus einem Protokollauszug geht folgendes Zitat eines Ratsherrn hervor:

der Brand-Direktor scheint eine kostspielige Persönlichkeit zu sein, denn im Ganzen hat die bisherige Feuerwehr doch genügt!

Die Verfügung des Polizeipräsidenten zur Errichtung von zwei Feuerwachen mit besoldetem Branddirektor wurde versucht am 12. Januar 1871 in der Stadtverordnetenversammlung zu vertagen. Dieser Antrag wurde jedoch mit 14:12 Stimmen abgelehnt. Der erste Vorschlag an diese Versammlung war, dass der zukünftige Branddirektor eine Besoldung von 1.200 Talern erhalten sollte. Da es zu diesem Zeitpunkt nur 24 Feuerbrünste im Jahr gab, schlug man eine Besoldung von 800 Talern vor. Der Beschluss sah abschließend vor das der zukünftige Branddirektor 1.000 Talern erhalten sollte, da er die Aufsicht über die Nachtwachen und die Straßenreinigung mit übernehmen sollte. Des Weiteren wurde einer ständigen Feuerwache zugestimmt. Der Beschluss über die Stärke und Besoldung der Mannschaft wurde vertagt.

 

Am 4. Mai 1871 beschloss der Rat, dass Herr Theodor Wienecke als neuer Branddirektor einzustellen sei. Dessen erster Vorschlag lautete, 146 Mann einzustellen. In einer Denkvorschrift korrigierte Wienecke seinen ersten Vorschlag auf 119 Mann auf zwei Feuerwachen mit je zwei Spritzen und Gesamtkosten von 21.910 Talern. Dies wies der amtierende Oberbürgermeister zurück und schlug eine Mannschaft von 82 Kräften bei Gesamtkosten von 15.400 Talern vor. 

Branddirektor Theodor Wienecke

 

Die Diskussion wurde in der Stadtverordnetenversammlung zwar vertagt, war jedoch eines der Hauptthemen im Kölner Karneval und somit auch im Rosenmontagzug. Unter dem Druck der Stadtverordneten zog Branddirektor Wienecke seine Forderung vom 4.Mai 1971 zurück.